Erklärung der SprecherInnen der Linksjugend ['solid] Schwerin zur aktuellen Situation im Landesverband DIE LINKE. M-V:

Mit großer Besorgnis nehmen wir die Entwicklungen im Landesverband zur Kenntnis. Die mehr als fragwürdige Entscheidung, Sandro Smolka zum Landesgeschäftsführer zu wählen, stößt bei den Mitgliedern der Linksjugend aus Schwerin auf Empörung und Unverständnis!

Von einem Aufbruch und einer Erneuerung ist nichts zu merken. Ein Kandidat, der bereits als Landesgeschäftsführer abgelehnt, dann auch aus dem Landesvorstand gewählt wurde und nicht die Unterstützung vieler Kreisverbände sowie vieler hauptamtlichen Mitarbeiter hat, wird unter der neuen Führung plötzlich zum Landesgeschäftsführer gewählt? Hier kommt bei uns der Verdacht auf, willige „Marionetten“ sollen gegen den Willen der Mitglieder an der Basis, in wichtige Positionen gesetzt werden.

Wir erinnern die Vorsitzenden Wenke Brüdgam und Torsten Koplin noch mal daran, dass der/die LandesgeschäftsführerIn nicht exklusiv für den Landesvorstand zuständig und tätig ist. Vielmehr haben ALLE Mitglieder der Partei mit dem/der LandesgeschäftsführerIn zu arbeiten. Für uns stellt sich daher die Frage, wollen die neuen Vorsitzenden nur noch für einen bzw. wenige Kreisverbände zuständig sein oder vertreten sie die Interessen des überwiegenden Teils der Mitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern?

Wir warnen den neuen Landesvorstand eindringlich vor einer weiteren, unüberwindbaren Spaltung des Landes und der Installation eines zentralistischen Landesvorstandes. Der Meinungspluralismus und die Freiheit, diese offen zu äußern ist ein Eckpfeiler unserer Partei! DIE LINKE. M-V ist eine Mitgliederpartei und kein zentralistisches Regime.

Wir empfinden den aktuellen Mitgliederbrief als Aufforderung, die Entscheidung kommentarlos hinzunehmen. Dies besorgt uns immens! Der Wunsch der beiden Vorsitzenden ist selbstverständlich nachvollziehbar. Wir sehen diesen versuchten Akt der Zensur jedoch sehr kritisch.

Sollte es zutreffend sein, dass Mitglieder ihre (kritischen) Meinungen für sich behalten sollen, wäre dies ein eklatanter Bruch mit den Grundsätzen unserer Partei!

Wir begrüßen, dass der Genosse Bockhahn die Wahl des Landesgeschäftsführers bei der Landesschiedskommission anfechten möchte und unterstützen dies ausdrücklich. Weiterhin fordern wir alle hinter dem Programm stehenden Kreisverbände der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern auf, dieses ebenfalls zu tun.

Die beiden Vorsitzenden Wenke Brüdgam und Torsten Koplin sowie die unterstützenden Mitglieder des Landesvorstandes genießen nicht länger unser Vertrauen. Die Linksjugend ['solid] Schwerin prüft daher, ob für die nächste Legislaturperiode des Landesvorstandes geeignete Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen und unterstützt werden können.

Unser Landesverband benötigt eine Führungsspitze und einen Landesvorstand, die das gesamte Land im Blick haben und nicht nur an einen oder wenige Kreisverbände bzw. an eigene Interessen denken. Die Anliegen, Sorgen, Nöte und Ideen der Kreisverbände in Vorpommern haben für uns die gleiche Gewichtung, wie die der Kreisverbände aus Mecklenburg.

Wir sind ein Bundesland, ein Landesverband, eine Partei! Jedes Mitglied muss gleich wichtig sein.

Ein solidarischer, offener und ehrlicher Umgang miteinander, wie wir es in Schwerin und sicherlich in vielen anderen Kreisverbänden leben, müssen zu den Grundprinzipien des Landesvorstandes gehören. Diese Werte müssen die Vorsitzenden hochhalten und verteidigen.
Sollten die beiden Vorsitzenden Wenke Brüdgam und Torsten Koplin, sowie die Mitglieder des Landesvorstandes dazu nicht in der Lage sein, sollten sie Platz für die Mitglieder machen, für die diese Werte keine Fremdwörter sind.

Wir möchten an dieser Stelle den sieben Mitgliedern des Landesvorstandes danken, dass sie diese Werte in der Vorstandssitzung, leider erfolglos, verteidigt haben. Ihr gebt uns jedoch Hoffnung und wo Hoffnung ist, besteht eine Chance auf Veränderung. Nutzen wir diese Chance auf Veränderung und bringen DIE LINKE. Mecklenburg-Vorpommern wieder auf Kurs, die Stimme der Menschen zu sein.

Wir sind für viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Stimme der Veränderung. Verprellen wir diese nicht durch fragwürdige und nicht nachvollziehbare Entscheidungen einiger Mitglieder im Landesvorstand.

Lasst uns gemeinsam für ein sozialeres und gerechteres (Partei-)Leben in Mecklenburg-Vorpommern kämpfen.

Die SprecherInnen der Linksjugend ['solid] Schwerin

Anne, Marco, Ellen und Sandra

Legetøj og BørnetøjTurtle